Wohnumfeldverbesserungen sind üblicherweise Maßnahmen zur Verbesserung und Anpassung des häuslichen Umfeldes eines Pflegebedürftigen. Sie sollen die Pflege ermöglichen oder die selbstständige Lebensführung zuhause erleichtern.

 

Zuschüsse nutzen: bis zu 4.000,- € je Umbaumaßnahme

 

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für die Gewährung von Zuschüssen zur Verbesserung des Wohnumfeldes sind:

 

 

  • die häusliche Pflege wird dadurch erst ermöglicht, oder
  • die häusliche Pflege wird dadurch erheblich erleichtert und dadurch eine Überforderung der Leistungskraft des Pflegebedürftigen und der Pflegenden verhindert, oder
  • eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wird wiederhergestellt, also die Abhängigkeit von der Pflegekraft verringert sich und
  • die Vorversicherungszeit ist erfüllt und
  • die Pflegebedürftigkeit wurde festgestellt und
  • die Umbaumaßnahme ist auf Dauer angelegt und
  • sie betrifft den unmittelbaren Lebensmittelpunkt des Patienten und
  • ist auf dessen individuelle Anforderungen ausgerichtet.

Achtung!

 

Falls Sie in einer Mietwohnung wohnen, sprechen Sie die

geplanten Umbaumaßnahmen unbedingt mit Ihrem Vermieter ab. Bei Auszug aus der Wohnung kann er sonst einen Rückbau verlangen, den die Pflegekasse nicht bezahlt.

 

Umzugskosten?

 

Die Pflegekasse beteiligt sich unter Umständen auch an den Umzugskosten (z.B. von der 4. Etage ins Erdgeschoß), wenn dadurch die selbständige Lebensführung wiederhergestellt wird.

 

Eigenanteil.

 

Der Pflegebedürftige trägt als Eigenanteil 10 % v. H. der Kosten der Maßnahme, jedoch höchstens 50 % v. H. der monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Hat der Pflegebedürftige keine eigenen Einkünfte zum Lebensunterhalt, entfällt für ihn ein Eigenanteil.

In der Praxis bedeutet das:

Die Pflegekassen zahlen finanzielle Zuschüsse für „Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes“ des Pflegebedürftigen, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert

oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.

In der Praxis bedeutet dies, dass es die Möglichkeit gibt, nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit -

 - nach Gewährung einer Pflegestufe/eines Pflegegrades - die Wohnung so anzupassen,

dass sie weiterhin längerfristig genutzt werden kann.

Übliche Umbauten

Die typischen Umbauten für die Pflege zu Hquse sind: Badumbauten (Dusche statt Wanne),

ebenerdiger Zugang zur Dusche,

Türverbreiterungen für den Rollator oder den Rollstuhl,

das Beseitigen von Türschwellen, Rampen

und sonstigen Barrieren

.. nichts verschenken ..

Achtung:

Haltegriffe, Toilettensitzerhöhungen können als Hilfsmittel selbständig verordnet werden.

Die Zuschüsse dürfen dabei einen Betrag je Maßnahme

in Höhe von 4.000 Euro

nicht übersteigen.

Leben mehrere Pflegebedürftige in

 einer Wohnungen (z. B. Pflegewohngemeinschaften)

so ist der Gesamtzuschuss auf 16.000 € je Maßnahme begrenzt.

Was ist eine "Maßnahme" ?

Oft gibt es in diesem Zusammenhang Streit um den Begriff der Maßnahme.

 

Bei der Frage was ist eine Maßnahme?
Was ist das eine neue Maßnahme?
Bekomme ich noch einmal einen Zuschuss?

 

Der Zuschuss kann auch mehrfach gewährt werden.

 

Wir begleiten Sie

bei der Beantragung.

 

 

Fallbeispiel:

Maßnahme bezeichnet nicht jede einzelne Baumaßnahme,

sondern die Gesamtheit der in einer bestimmten Situation sinnvollen, erforderlichen Anpassungen.

Wird also in diesem Jahr der Badumbau durchgeführt, im nächsten Jahr die Rampe ans Haus gebaut und wieder ein Jahr später

werden die Türen verbreitert, so sind dies keine jeweils neuen Maßnahmen, vielmehr ist es die stückweise Umsetzung einer Gesamtmaßnahme.

 

Wenn alles diese Einzelumbauten bereits von Anfang an erforderlich waren,

aber z.B. aus Kostengründen teilweise zurückgestellt wurden. Diese Gesamtmaßnahme wird daher nur einmal gefördert.
Alle Umbauten, die zum Zeitpunkt der Bewilligung des Zuschusses,

und damit auf Grund des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Hilfebedarfs, erforderlich sind, gelten als eine Maßnahme,

egal wann sie tatsächlich ausgeführt werden.


Es hat also keinen Sinn mit dem Treppenlift zu warten bis der Pflegebedürftige einen Rollstuhl braucht,

um dann alles andere auch gleich anzupassen, weil dann die z.B. Türen zu schmal sind, die jetzt noch kein Problem darstellen.

Es können nur Maßnahmen bezuschusst werden, die dem gegenwärtigen Bedarf des Pflegebedürftigen entsprechen,

ändert sich dieser, dann kann eine neue Maßnahme erforderlich sein, den neuen, zusätzlichen Bedarf abzudecken.
Es können auch für Zuschüsse für „technische Hilfen im Haushalt“ bewilligt werden. 

Bei diesen „technischen Hilfsmitteln“ gilt die Besonderheit, dass sie ohne ärztliche Verordnung

bewilligt werden können.

Dies gilt auch für - nicht im Hilfsmittelverzeichniss - aufgeführten Hilfsmittel.

Wichtig  I

 

Alle Maßnahmen für die ein Zuschuss beantragt werden soll müssen voher

mit der Pflegeversicherung abgesprochen werden,

der Zuschuss muss vor Beginn der Baumaßnahme beantragt sein.

Alle mietvertraglichen und baurechtlichen Fragen

müssen auf Seiten des Pflegebedürftigen geklärt sein.

Die Pflegeversicherung ist für diese Fragen

nicht

verantwortlich.

 

Wichtig  II

 

In einer Mietwohnung sind die Umbauten

fast immer von der Genehmigung des Vermieters abhängig. Allerdings darf er die Genehmigung

nur

in Ausnahmefällen verweigern.

Dafür hat er einen Anspruch auf Rückbau wenn

der Mieter auszieht.

Der Vermieter kann hierfür eine Sicherheitsleistung

verlangen, die den Rückbaukosten entspricht.
Der Einbau eines Treppenliftes

in einem Gemeinschaftstreppenhaus

wird in der Regel an den

baurechtlichen Vorschriften über die

Fluchtwege und notwendigen Treppenbreiten

scheitern.

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