SAPV  -  Spezielle Ambulante Palliativ Versorgung § 39a SGB V

Die SAPV, die spezielle ambulante Palliativversorgung, ermöglicht es, dass auch Menschen mit aufwändigem Betreuungsbedarf  entsprechend Versorgt werden. Ein sog. Palliativ-Care Team arbeitet dabei eng zusammen,

dokumentiert und koordiniert den ständigen Austausch mit dem Hausarzt, dem Krankenhaus, der Apotheke und nicht zuletzt den Angehörigen.

Wer sich entschieden hat, die Palliativpflege einer nahen Person zu übernehmen, sollte sich nicht scheuen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die körperliche und psychische Belastung ist für pflegende Angehörige besonders groß.

 

Eine Grundhaltung der Palliative Care ist die Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens.

Daher wird das künstliche Verzögern des Sterbens abgelehnt, ebenso die aktive Sterbehilfe.

Die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit unseres Lebens berührt uns zu tiefst.

Es sind aber immer Einzelfälle, individuelle Schicksale, günstige oder ungünstige Rahmenbedingungen,

glückliche oder unglückliche Verläufe, die diese Erfahrungen prägen.

 

Allgemeingültige Regeln lassen sich daraus nicht ableiten,

wohl aber Rahmenbedingungen schaffen,

die dem Anspruch eines würdigen Lebens und Sterbens möglichst gerecht werden.

viel Halbwissen

Palliativmedizin ist - entgegen der landläufigen Auffassung - keine Sterbemedizin,

auch wenn sie häufig erst in der letzten Lebensphase und im Sterbeprozess

zum Tragen kommt.

In den vergangenen Jahren hat eine Entwicklung eingesetzt,

viel früher mit einer palliativmedizinischen Begleitung zu beginnen,

nämlich zu dem Zeitpunkt,

an dem einem Patienten die Diagnose

einer nicht mehr heilbaren und voranschreitenden Erkrankung mitgeteilt wird.

 

Die meisten Menschen sind sehr wohl in der Lage, ihr Schicksal anzunehmen, sich unabänderlichen Tatsachen zu beugen, auch, sich damit abzufinden, dass ihre Lebenszeit überschaubar wird. Dieser Prozess benötigt Zeit - Zeit, sich in die neue Situation hinein-zufinden. Dieses Hineinwachsen ist ein aktiver Prozess und führt dazu, dass die Betroffenen wieder zu Akteuren werden. Ziel ist es, möglichst bis zuletzt autonom und selbstbestimmt zu bleiben, sich dem Schicksal nicht passiv beugen zu müssen, sondern es anzunehmen und dennoch Herr der Lage zu bleiben. Gelingt dies, empfinden wir die Situation als würdevoll.
 

 

der Mensch zuerst

        „High person - low technology“

                           ...

ist ein Grundprinzip palliativen Versorgung.  Das heißt, die menschliche Beziehung

und Fürsorge tritt in den Vordergrund,

das medizinisch oder technisch Machbare in den Hintergrund.

 

Ziel der Therapie ist eine möglichst

gute Lebensqualität des Patienten. Palliativmedizin bejaht das Leben und wendet sich gegen seine Verkürzung, allerdings auch gegen sinnlose Therapieversuche, die den Patienten belasten und verhindern, dass er die verbleibende Lebenszeit optimal nutzen kann.

 

Wunsch und Wirklichkeit klaffen im Alltag oft weit auseinander, wir stoßen auf persönliche, personelle, organisatorische und mentale Grenzen. Es gibt noch viel Nachhol-bedarf, insbesondere in der individuellen und kollektiven Auseinander-setzung mit Krankheit, Gebrechlichkeit, und der Endlichkeit unseres Lebens. Doch nur dann, wenn wir persönlich wie interfamiliär in der Lage sind, uns diesen Themen zu stellen, handeln wir wirklich eigenverantwortlich und selbstbestimmt. Bevor wir unsere Wertvorstellungen in einem Dialog vertreten können, müssen wir sie erst einmal für uns selbst formulieren.

 

 nur im Team - Palli.Care

Palliativmedizin ist immer Teamarbeit.

Die Vernetzung umfasst sowohl

den stationären

wie auch

ambulanten Bereich.

Sie beinhaltet die Zusammenarbeit mit Hausärzten, ambulanten Pflegeteams,

den Palliativstützpunkten sowie den ambulanten Hospizdiensten und den Hospizen der Region.

 

Die Tatsache, dass Palliativmedizin

jetzt auch Einzug in das Medizinstudium gefunden hat und damit

zum festen Ausbildungsinhalt

von Ärzten geworden ist, aber auch die Bewusstseinsänderung in der Bevölkerung haben zu einem Umdenken beigetragen. Viele Patienten machen sich mittlerweile Gedanken über die die Gestaltung ihrer letzten Lebensphase

und die Umstände ihres Sterbens,

sie versuchen in

Patientenverfügungen

ihre Wünsche zu formulieren

und sprechen vorab

mit ihren Angehörigen.

 

"Jeder Betroffene, unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, oder der persönlichen Lebenssituation soll eine qualitativ hochwertige Versorgung und Begleitung erhalten".

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